Hochschulpolitik aktiv gestalten

Veröffentlichung aller Evaluationsergebnisse

Hohe Qualität der Lehre ist das Kerninteresse der Studenten und des RCDS Bayern. Verbesserungen in der Qualität müssen beobachtbar und Maßnahmen zur Optimierung von Qualität nachvollziehbar sein. Evaluation ist mittlerweile als Teil der Qualitätssicherung an fast allen Hochschulen anerkannt. Sie dient, wenn sie richtig durchgeführt wird, der Entwicklung der Hochschule sowie der Verbesserung und dem Erhalt der Lehre.

Dabei darf Evaluation nicht als „Evaluations-Ritual“ erscheinen, was aber aufgrund fehlender Veröffentlichung und Auseinandersetzung mit den Ergebnissen häufig geschieht. Nur ein verantwortungsvoller und transparenter Umgang mit den erhobenen Daten führt auf Dauer dazu, dass das Instrument Evaluation nicht an Schärfe verliert. Bis heute sind die Qualitätsstandards an Hochschulen für Studenten kaum nachvollziehbar. Zwar veröffentlichen die Hochschulen ihre Qualitätssysteme, jedoch werden Ergebnisse aus den Lehrevaluationen nur selten oder gar nicht zugänglich gemacht. Laut einer Umfrage der HRK werden lediglich 38,5% der Lehrevaluationen verbindlich für Studenten veröffentlicht. Bei 16,2% der Universitäten und Fachhochschulen liegt diese Entscheidung bei Professoren. Andere verweigern diese aus datenschutzrechtlichen Gründen ganz oder veröffentlichen sie nur intern (61, 5%). Manchmal werden diese Daten von Lehrstühlen gar nicht erst erhoben: Ein Verhalten, das meist die Lehrstühle betrifft, bei denen paradoxer Weiße der größte Handlungsbedarf herrscht.

Der RCDS Bayern fordert daher zur weiteren Verbesserung der Lehre die hochschulinterne Veröffentlichung aller Evaluationsergebnisse. Die Evaluationsergebnisse sind von entscheidender Bedeutung für die Hochschulen Bayerns im Wettbewerb um die besten Studenten und Abiturienten. Außerdem fordert der RCDS Bayern eine verpflichtende Teilnahme an der Evaluation seitens der Studenten und Professoren. Dies wäre möglich wenn die Evaluation einer Veranstaltung eine Voraussetzung zum Scheinerwerb darstellt, so dass der Student zumindest den Evaluationsbogen auf dem entsprechenden Portal aufgerufen haben muss, um dann die Evaluation durchzuführen oder anzugeben, dass er an dieser nicht teilnehmen möchte. Modellhaft steht hierfür die medizinische Fakultät in München. Sie führt die Evaluation ihrer Kurse online durch. Die Fragebögen werden vor die den Notenbogen des Seminars im Onlineportal „studis“ geschaltet, sodass der Student zwingend damit konfrontiert wird, wenn er ihn am Ende des Semesters einsehen will.