Hochschulpolitik aktiv gestalten

Einführung des Bildungssparens

Der RCDS Bayern setzt sich für die Änderung des BauSparkG ein, um den privaten Bausparkassen den Zugang auf den Markt der Bildungsfinanzierung zu gewähren und die Vorsorgelücke im Bereich der Bildungsfinanzierung zu schließen.

 

Bildungssparen

Unter Bildungssparen versteht man ein zweckgebundenes Sparen. Es kann staatlich subventioniert werden, etwa in Form einer Sparzulage, wie sie aus dem Vermögensbildungsgesetz bekannt ist. Die Idee des Bildungssparens zielt auf die Möglichkeit, Liquidität über einen Zeitraum aufzubauen, damit sie dann zur Verfügung steht, wenn Kapital benötigt wird, ähnlich wie beim Bausparen.

Dabei sind grundsätzlich zwei Arten von Bildungssparen zu unterscheiden:

 

a) Bildungssparen für die Erstausbildung

In einem solchen Modell können Eltern, Verwandte und Freunde während der Kindheit eines Menschen für diesen sparen. Angespartes und Zinsen stünden dem jungen Erwachsenen dann beispielsweise zur Finanzierung der Lebenshaltungskosten oder von Studienbeiträgen während seines Studiums zu Verfügung.

 

b) Bildungssparen für Weiterbildung bzw. Lebenslanges Lernen

Hierbei geht es um ein Ansparen zur Finanzierung der eigenen Weiterbildung. Hieraus können dann – je nach Modell – Teilnahmeentgelte, Bildungsreisen, Kosten für die Kinderbetreuung etc. über einen längeren Zeitraum angespart werden.

 

Der RCDS Bayern fordert die Bundesregierung auf, das BauSparkG zu ändern und den privaten Bausparkassen den Zugang auf den Markt der Bildungsfinanzierung zu gewähren. Aus der Sicht des RCDS Bayern verfügen die Bausparkassen über die richtigen Voraussetzungen um ein Bildungssparprodukt anzubieten. Das Modell des Bausparens genießt beispielsweise eine hohe Bekanntheit und Akzeptanz in der Bevölkerung. Des Weiteren haben sich die Bausparkassen auch in der Finanzkrise bewährt. Bausparkassen dürfen ihr Kapital nur in festverzinsliche Wertpapiere mit sehr guter Bonität anlegen und keine Währungs- und Aktienrisiken eingehen. Genauso wie die Bauspareinlagen wäre auch die Bildungsspareinlage abgesichert.Das Modell des Bildungssparens funktioniert ähnlich wie ein Bausparvertrag, es wird die Hälfte des Guthabens angespart. Für den weiteren Kapitalbedarf steht dann ein Darlehn zu einem festen Zinssatz zur Verfügung. Dies schafft aus der Sicht des RCDS Bayern Planungssicherheit und macht den Kredit überschaubar. Außerdem würden so die bisherigen „Sofortfinanzierungsinstrumente“ um ein „Vorsorgeinstrument“ ergänzt. Der RCDS Bayern sieht es auch als gesellschaftliche Aufgabe der Banken und Sparkassen an, an der Finanzierung der Bildung und Ausbildung und damit an der Verwirklichung der Chancengerechtigkeit für junge Menschen mitzuwirken. Um das Vertrauen in die privaten Akteure am Markt zu stärken hält es der RCDS Bayern für unerlässlich, eine staatliche Bildungssparprämie in Höhe von beispielsweise 150 Euro zu gewähren. Damit sollte natürlich auch eine Zweckbindung des Geldes für Bildungsausgaben verbunden sein. Zur Förderung und Etablierung eines Weiterbildungssparvertrags ist die Arbeitnehmersparzulage auch für einen Bildungssparvertrag vom Arbeitgeber auszuzahlen. Dies setzt die Anerkennung der entsprechenden Sparbeiträge des Arbeitnehmers als vermögenswirksame Leistung nach § 2 des Vermögensbildungsgesetzes (VermBG) voraus. Der RCDS Bayern spricht sich außerdem dafür aus, dass das in der Auszahlungsphase ausgeschüttete Vermögen nicht auf das BAföG angerechnet wird. Um ein verlässliches Finanzierungsinstrument zu schaffen ist es außerdem notwendig, dass das angesparte Kapital dem Schonvermöge zugerechnet wird.