Hochschulpolitik aktiv gestalten

Vollverschleierung widerspricht dem Charakter der Universität

München, 25. August 2016

Der RCDS in Bayern e.V. begrüßt die Forderung der Innenminister der Union in der „Berliner Erklärung" nach einem Verbot der Gesichtsverschleierung im öffentlichen Raum. Nach Meinung des RCDS in Bayern ist es nur konsequent, nun ein Verbot der Gesichtsverschleierung im Allgemeinen und der Burka im Besonderen an der Universität auf den Weg zu bringen: „In Deutschland gilt das Vermummungsverbot. Wer sich dem widersetzt, verweigert die Teilnahme an unserem freiheitlichen Miteinander. Dies ist an einer öffentlichen Einrichtung wie der Universität nicht zu tolerieren", erklärt der Landesvorsitzende Alexander Eiber.

Bisherige Regeln diesbezüglich sind ausdrücklich zu begrüßen. Im öffentlichen Dienst Tätige sind dazu verpflichtet, sich religiös neutral zu verhalten. Es ist deshalb notwendig, dass das bereits anerkannte Gebot der religiösen Neutralität beim Lehrpersonal eingehalten wird. Eine Vollverschleierung des Gesichts aufgrund religiöser Rücksichtnahme hinzunehmen, widerspricht dem und ist Ausdruck falsch verstandener Toleranz.

„Mit einer Verletzung der Religionsfreiheit hat dies nichts zu tun.", erklärt Eiber, der Mitglied des CSU Parteivorstands ist. „Die Freiheit der Religion endet dort, wo sie die Funktionsfähigkeit des Staates einschränkt. So ist völlig klar, dass jeder im Privaten frei in seiner religiösen Entscheidung ist, wer jedoch in die Öffentlichkeit tritt, der gibt sich zu erkennen – das muss auch im Hörsaal gelten."

Das Verbot der Vollverschleierung muss nach Meinung des Verbands auf den gesamten öffentlichen Bereich der Universität ausgeweitet werden, um Werte und Grundüberzeugungen unseres Zusammenlebens nicht zu gefährden.

Die Universität ist ein Ort der Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre. Damit dies aufrechterhalten werden kann, brauchen wir einen wissenschaftlichen und interaktiven Diskurs. Wer sich beim Miteinander von Lernenden und Lehrenden verschleiert, der isoliert sich von den anderen. „Wenn ich meinem Gesprächspartner nicht ins Gesicht sehen kann, kann ich nicht mit ihm diskutieren. Hier ist der Punkt erreicht, wo religiöse Symbole unsere Regeln des Umgangs behindern und den akademischen Austausch unmöglich machen", so Eiber abschließend.