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Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes – RCDS in Bayern sieht weiterhin Verbesserungsbedarf

5. November 2015 - Landesvorsitzender Escher: „Die besten Köpfe brauchen beste Bedingungen. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber kein Durchbruch."

„Mit der heutigen Behandlung des Gesetzesentwurfs durch den Deutschen Bundestag hat die Bundesregierung erkannt, dass die bisher gängige Praxis innerhalb des Mittelbaus in der deutschen Wissenschaft keine Zukunft hat – ein ständiges Hangeln von Vertrag zu Vertrag und nicht zu wissen, an welcher Universität man im kommenden Jahr arbeiten wird, ist ein Hemmschuh für die Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Deutschland. Wir brauchen planbare und verlässliche Karrierewege für den wissenschaftlichen Nachwuchs", so der Landesvorsitzende des Ring Christlich-Demokratischer Studenten in Bayern (RCDS) und Mitglied im CSU-Parteivorstand, Marcel Escher. Sachgrundlose Befristungen sollten ausschließlich nur noch für die persönliche oder wissenschaftliche Qualifizierung zulässig sein.

Grundsätzlich sei es Escher zufolge zu begrüßen, dass nach Verabschiedung des Gesetzes durch den Deutschen Bundestag die Dauer einer Anstellung in Drittmittelprojekten und deren Finanzierung projektgebunden sein muss. „Dennoch dürfen die langfristigen Karrierechancen in der Wissenschaft nicht auf das Endziel einer Professur beschränkt sein. Hierfür fehlen nicht nur die Kapazitäten – auch will nicht jeder Wissenschaftler letztendlich einen Lehrstuhl übernehmen", fährt Escher fort, der selbst als Promotionsstudent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bamberg tätig ist.

Ebenfalls ist es für den RCDS wichtig, dass Doktoranden sich auch ausgiebig ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit widmen können und nicht nur ihre gesamte Arbeitszeit auf die Vorbereitung und Durchführung von Lehrveranstaltungen oder administrativer Tätigkeiten verwenden müssen. „Wir müssen die besten Köpfe in der Wissenschaft halten. Nur durch geregelte und verlässliche Rahmenbedingungen wird dies kein bloßes Wunschdenken bleiben", so Escher abschließend.