Hochschulpolitik aktiv gestalten

Hochschulen in der Pflicht hochschulpolitisches Engagement zu fördern statt zu verhindern

22. Juli 2015 - Landesvorsitzender Escher: „Bloßes Wunschdenken reicht nicht aus."

Der fraktionsübergreifende Beschluss des Wissenschaftsausschusses im Bayerischen Landtag zur Förderung politischer Hochschulkultur an Hochschulen ist für den Ring Christlich-Demokratischer Studenten in Bayern (RCDS) ein gutes Zeichen – dennoch dürfen dies keine leeren Versprechungen bleiben. „Die Hochschulen sind nun in der Pflicht, dass studentischen und vor allem hochschulpolitischen Engagement in Zukunft ein höherer Stellenwert als bisher eingeräumt wird und aktiv gefördert wird.", protestiert der Landesvorsitzende Marcel Escher.

Dass beispielsweise die Hochschule Würzburg-Schweinfurt den politischen Gruppen gar verbieten kann, sich im Vorfeld der jährlich stattfindenden Hochschulwahlen zu präsentieren, ist für Escher nicht nachvollziehbar. „Welches Demokratieverständnis legt die Hochschulleitung hier zugrunde? Die Wähler können sich vorab nicht einmal informieren, wer sie später vertritt und wofür die einzelnen Gruppen stehen. Man stelle sich dies einmal bei einer Kommunal- oder Landtagswahl vor", fährt Escher fort.

Dennoch erteilt Escher der Einrichtung einer Verfassten Studierendenschaft (VS) in Bayern weiter eine klare Abfuhr. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass solche janusköpfigen Einrichtungen sich nicht bewähren – zu oft wurden zahlreiche Gelder verschwendet und unverantwortlich ausgegeben. Anders als von vielen postuliert bringt die VS kein Mehr an studentischer Mitbestimmung und vor allem nicht an hochschulpolitischem Engagement", erklärt Escher. „Politik darf kein reines Lehr- und Forschungsgebiet an den Universitäten sein, sondern muss aktiv gelebt werden – von Studenten und Hochschulleitungen."